Wenig Wind, viele Buchten, schöne Eindrücke….

Während meiner Yogawoche vom 5. bis 11. Juli ankert Mani in der Bucht von A Coruna. Es ankern einige andere Langfahrtsegler in der Bucht, mit Filip hat er Kontakt, sie machen eine Tandemtour zum Zmittag- und Glace essen. Am Donnerstag fährt Mani mit dem Tandem nach Santiago de Compostela um ein Glace zu essen und fährt wieder zurück, 120km in 10 Stunden. Ich habe es definitiv entspannter in meiner Yogawoche in der Lombardei. Mehrere Lektionen Yoga und Meditation, sehr feines Essen, tolle Gesellschaft mit guten Gesprächen in einer wunderschönen naturerfüllten Gegend lassen mich voll entspannen und entschleunigen, ich kann mich eine Woche nur auf mich konzentrieren und für mich da sein. Es war mega toll.

das war richtig schön hier…
vom Flugzeug aus kann ich sogar unser Boot erkennen…
es schifft in Strömen….
wieder zu Hause auf dem Boot…

Am Samstag Abend gegen 21 Uhr holt mich Mani am Flughafen mit dem Tandem ab. Ich werde herzlich von einem heftigen Gewitter begrüsst. Es regnet in Strömen, die vielen Blitze verunsichern uns, wir machen eine Kaffeepause unterwegs, zum Glück lässt es bald nach. Wieder auf dem Boot ist alles vorbei.

Am Sonntag ersetzt Mani die Steaminglight am Mast und montiert die Decklampe neu, dass kann er nur reparieren, wenn ich da bin, ich muss ihn sichern, damit er den Mast hochklettern kann. Am Nachmittag spazieren wir in die Stadt für einen Kaffee und für Mani eine kleine Süssigkeit, danach schwimme ich zurück zum Boot.

der letzte Abend in A Coruna….

Am Montag nach dem Frühstück verlassen wir die Bucht. Wir sind gespannt, was der Wind uns heute bietet, es soll nicht viel sein. Wir ziehen den Gennaker hoch, wir haben Rückenwind. Gerade mal 15min haben wir den richtigen Wind. Danach dreht er und wir müssen wieder mit der Fock und dem Grosssegel segeln. Das Grosssegel hat sich beim letzten mal einholen etwas verklemmt und es hat blöde Falten gegeben, darum lässt es sich heute nicht gut ausrollen. Mani klettert am Mast hoch um ganz oben zu kontrollieren ob alles ok ist. Es ist alles ok.

Mani macht Kontrolle…

In der Bucht vor Praia de Seaia ankern wir. Es ist erst 16 Uhr, wir motoren mit dem Dinghi an den Strand vom Dorf, wir gehen was trinken und ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Bei der Rückfahrt regnet es und wir werden etwas nass.

Malpica, kleines buntes Dorf….
mit Cafés und engen schmalen Gassen, wie überall hier in der Gegend….
unsere Ankerbucht….Praia de Seaia….

Am Dienstag nach dem Frühstück verlassen wir die Bucht, es ist bewölkt aber angenehm. Wind haben wir nur sehr wenig. Kaum haben wir die Fock gesetzt, wechselt die Windrichtung und wir müssen wenden, aber sie flattert trotzdem wie wild, wir nehmen sie wieder rein. Wir sind etwas frustriert, die ganze Woche soll fast kein Wind sein.

Illa Vilan de Faro….

Wir fahren bis Camarinas in den Hafen. Mani möchte mal wieder richtig mit Schampoo duschen. Dieses Wochenende beginnen die Schulferien und es ist fast im jedem Dorf ein Fest mit Chilbi, Marktständen, Musik, Tanz und Umzügen. Auch hier stellen die Betreiber ihre Buden auf.

in die Bucht von Camarinas…
die Promenade von Camarinas….

Am Mittwoch radeln wir nach Cee und schauen uns die Bucht an, auch hier ist am Wochenende Fest.

in den Häuschen wurde früher Mais gelagert…
gemütliche Pause mit anhänglichem Besuch…
ein altes Dorf, Vimianzo…
es kommt Nebel auf….
bei uns im Hafen auch….
Wandersänger…

Im Hafen von Camarinas lernen wir einen spanischen Schweizer kennen, er erzählt uns von seinem Leben in der Schweiz, 40 Jahre hat er in der Schweiz gelebt und sich an die Mentalität gewöhnt. Jetzt wieder in Spanien hat er Mühe, wenn die Spanier die abgemachten Termine nicht einhalten, wenn nicht heute, dann halt morgen…. Er gibt uns einige Tipps, wo es schöne Buchten und in Finesterre einen Steg umsonst gibt. Er erzählt uns von den Partiys, die am Wochenende statt finden.

Heute morgen ist es kühl, wieder bewölkt und fast Windstill. Am Nachmittag nachdem wir das Cap von Cabo Turinan, der westlichste Teil von Spanien umfahren haben, kommt leichter Wind auf, aber zum Segeln reicht es doch nicht ganz. Gegen 15 Uhr erreichen wir den Hafen und legen am Steg an, umsonst. Wir fahren wieder nach Cee um einzukaufen.

das Ende vom Cap Fisterre…
Sicht auf die Bucht und den Ort…

Wieder im Hafen, wir fahren bis zur Brücke die auf unseren Steg führt, vorsichtshalber Steigen wir ab, wenn die Pedale hängen bleiben würde, hätten wir ev. Probleme mit bremsen und würden im Wasser landen. Wir schwatzen miteinander und beachten beide nicht, das der Spalt der den Steg aufteilt immer näher kommt. Fast gleichzeitig treten wir in den Spalt und fallen hin, das Velo fällt auf Mani. Zum Glück können wir beide sofort wieder aufstehen, mit ein paar Schürfungen und eine etwas grössere Schramme an meinem Schienbein.

den Spalt haben wir beide übersehen….
eine Schramme am Knie und ein aufgeplatztes Schienbein….

Am Freitag nach dem Zmorgen verlassen wir den Hafen bei sehr wenig Wind. Wir versuchen trotzdem zu segeln, mit 1.5 bis 2.5kn tümpeln wir so dahin, aber wir geniessen die Ruhe, kein Motor der dröhnt. Schliesslich haben wir ja Zeit. In der Ria de Muros e Noia segeln wir dann schon zügig mit 4.5kn. Wir sehen sogar noch 3 Tümmler, Delfine.

wir tümpeln so dahin….
ein paar Delfine konnte ich einfangen….

In der Praia das Gaivotas bei Portosin wollen wir ankern. Der erste Versuch klappt nicht, beim rückwärts fahren hält der Anker nicht. Mani holt ihn hoch mit ganz viel Seegras dran. Wir suchen eine andere Stelle und versuchen es nochmal. Diesmal klappt es, der Anker hält den Test der Rückwärtsfahrt. Nach einem kleinen Spaziergang, Nachtessen und einem kurzen Bad mit Dusche geniessen wir die Ruhe auf dem Boot. Halten aber immer die Felsen um uns herum im Blick, zur Kontrolle ob wir noch an der selben Stelle sind.

hier ankern wir und gehen kurz schwimmen….

Wir schalten am I-Pad und am Plotter das Garmin an, der zeichnet das Schwoien auf. Der Wind dreht, somit dreht sich auch das Boot. Wir kommen dem einen Felsen sehr unangenehm nahe, die Aufzeichnungen sind nicht ganz klar, der eine zeigt an, das wir aus der Schutzzone raus sind, der andere nicht. Aber wir fühlen uns nicht sicher, es ist 22 Uhr, wir fahren in den Hafen nebenan. Die Pontons sind riesig, aus Beton, mit extrem starken Krampen, neuen Wasser- und Stromanschlüssen, die aber noch nicht in Betrieb sind. Das Tor nach draussen ist geschlossen. Das ist erst mal egal, wir gehen schlafen.

die Stege sind nicht für Segler, nur für Fischerboote….

Heute Samstag stehen wir etwas früher auf, nach dem Zmorgen fahren wir mit dem Dinghi an eine Treppe im Hafenbecken, wo wir an Land können. Wir fahren mit dem Tandem nach Santiago de Compostela, das sind ca. 87km hin und zurück. Mani war letzte Woche schon da.

Es ist sehr eindrücklich und berührend, die vielen Menschen zu sehen, die gerührt sind, vor Freude was sie mit der Wanderung auf dem Jakobsweg erlebt und geleistet haben. Es hat auch viele Behinderte, die von ihren Helfern betreut und begleitet wurden. Es gibt viele Gruppenfotos, Jubelgesänge und Freudentränen. Jeden Tag kommen hier ca. 2000 Pilger an während der Hauptsaison.

die Pilger sind am Ziel….

Wir suchen uns ein Restaurant, essen Zmittag und ein kleines Dessert und fahren wieder zurück nach Portosin.

Auf der Rückfahrt durch Noia treffen wir auf ein Mittelalterfest. Viele Leute sind verkleidet und an diversen Ständen werden alte Arbeitsvorgänge erklärt und gezeigt. Auch ein altes Riesenrad ist ausgestellt.

altes Riesenrad…
und eine Schaukel…

Wir fahren direkt zum Hafenbüro um uns und das Boot anzumelden. Mal schauen, ob wir am neuen Ponton der noch gar nicht in Betrieb ist bleiben dürfen. Ein Hafenmitarbeiter spricht uns an, ob das unser Boot sei, wir könnten nicht an dem Steg bleiben, der sei nur für die Fischer, nicht für Freizeitboote gedacht. Na gut, dann wechseln wir halt in den Hafen. Leider haben sie aber keinen Platz frei. Obwohl es Plätze hat, die nicht besetzt sind. Komisch?? Es ist ziemlich Wind aufgekommen auf den Abend, der auch morgen früh noch anhalten soll. Im Hafen sind einige Gefahrentonnen wegen Steinen und Untiefen. Das Risiko gehen wir nicht ein, das beim Rausfahren was passiert. Wir bleiben hier, es sind ja keine Fischer da, niemand der es interessiert, das wir da sind. Wir fahren morgen früh raus.

Heute früh ist es Windstill, wer weiss wie lange noch, es sollte ja Wind haben, gleich nach dem Frühstück fahren wir los. Ich lasse sogar mein Training aus, damit wir vor dem Wind loskommen. Wir kommen gut aus dem Hafen raus. Ich sehe sehr viele Delfine die etwas weiter weg von uns schwimmen, das geniesse ich sehr. Der Wind kommt natürlich nicht, eine kleine Strecke reicht der Wind grad so, das wir mit 2.5kn vorankommen, doch er lässt noch mehr nach. Es kommt sogar Nebel auf, am Nachmittag gegen 15 Uhr ankern wir in der Bucht vor Corrubedo. Hier hat es Sand, der Anker hält.

der schönste Strand bis jetzt, schön flach, sehr sauber, super zum Schwimmen….
es ankern noch andere Boote hier…

Pünktlich als Mani an Land paddelt zum Spazieren gehen und ich mich zum Schwimmen umziehe, kommt die Sonne und es wird warm, aber auch windig. Ich brauche lange bis ich im Wasser bin, es ist kalt, in Strandnähe wird es wärmer. Ein kurzer Spaziergang am Strand zum Aufwärmen, dann schwimme ich wieder zurück zur Miss Suma. Ich dusche mich mit der Heckdusche ab und lasse mich in der Sonne trocknen. Danach lege ich mich in die Hängematte und lese. Der Wind dreht das Boot mehrmals und ich schaukle stark hin und her. Um 18.30 Uhr kommt Mani zurück, gerade richtig zum Kochen. Nach dem Znacht fahren wir mit dem Dinghi mit Motor zum Hafen, spazieren durchs Dorf, trinken einen Kafffee und Cola, heute läuft das Finale Spanien – Argentinien. Aber wir schauen den Match nicht sondern fahren zum Boot, ich schreibe noch…

gepflegtes kleines Dorf…
in einer wunderschönen Bucht….
wie immer, eng zusammen gebaut….
wer gewinnt, Spanien oder Argentinien???
mit dem Dinghi zurück zum Boot…