Wir stehen um 4 Uhr auf und verlassen Girvan bei Hochwasser. Dank gutem Wind und Strömung mit uns nähern wir uns Nordirland schnell. Die Fahrt nach Belfast in den Hafen dauert jedoch sehr lange mit drei Stunden. Der Wind hat uns mittlerweile im Stich gelassen, wir motoren den ganzen Kanal hinein. Zum Glück mit wenig Schiffsverkehr, dafür einer Seehund Sichtung. Leider ist das Handy nicht in Reichweite für ein Foto. Im Hafen haben wir einen schönen Platz und können längsseits an unserer Schoggiseite anlegen.

Nach dem Joggen und Fitness nehmen wir den Apero bei warmem sonnigen Wetter auf unserem Sonnendeck ein.



Ein paar Eindrücke von unserem Besuch im Titanicmuseum am Dienstag und den Besuch der Altstadt mit vielen Neubauten.










So verändert die Tide den Fluss. Das Wehr ist immer in der gleichen Position eingestellt, aber trotzdem sieht es immer anders aus.





Am Donnerstag Nachmittag machen wir eine politische Stadtführung mit zwei älteren einheimischen Gides, einem Katholiken und danach einem Protestanten. Sie erzählen uns von den politischen Konflikten in den 60er Jahren bis 1997, zeigen uns Fotos von Menschen die gefangen und getötet wurden. Wir besuchen Grabmale und die Mauer, die die Katholiken und die Protestanten noch heute voneinander trennt. Das Tor ist von 6 Uhr morgens bis abends 22.30 Uhr geöffnet, danach kommt man nicht mehr auf die andere Seite.







Wir lassen uns T-Shirts drucken, blaues Shirt mit weisser Schrift, wie unser Boot, Mani mit Suma on Tour visit Kirkwall, ich mit Suma on Tour visit Belfast.


Am Donnerstag um 5.30 Uhr verlassen wir den Hafen von Belfast und motoren fast vier Stunden aus dem Kanal. Danach kommt etwas Wind auf, auch von viel Strömung mit uns profitieren wir und segeln die ganze Strecke bis kurz vor Ramsey an der Küste der Insel of Man. Zeitweise mit 11kt Wind, rasen aber mit fast 8kt Fahrt.
Wir versuchen mehrmals über den Tag den Hafen in Ramsey zu kontaktieren, über Telefon und Funk. Leider meldet sich niemand. Der Hafen ist nur während der Flut einlaufbar. Die Swingbrücke wird von 7 bis 16 Uhr geöffnet oder nach 24-stündiger Voranmeldung. Dafür sind wir zu spät.

Gegen Ende der Strecke haben wir Gegenströmung, mittlerweile über 20kt Wind, sind aber trotzdem sehr langsam, es wird doch 17 Uhr, bis wir endlich die Boje erreichen. Das Festmachen an der Boje ist eine riesen Herausforderung, wegen Strömung und Wind hat es viele Wellen, Mani versucht mit dem Bootshaken die Boje zu erwischen, während ich versuche die Boje anzusteuern und die Position zu halten. Nach einer Stunde haben wir es geschafft und sind fest.

Es ist sehr unruhig, alles schwankt, wackelt und es ist laut. Das gibt eine sehr unruhige Nacht. Hinter uns ist ein uralter hoher Pier. Der Wind kommt von Nordwest, wir hoffen innständig, dass die Boje hält, sonst haben wir ein sehr sehr grosses Problem…. Ich lade einen Ankeralarm auf mein Handy und hoffe das er zuverlässig ist. Einmal gibt er Alarm aber alles ist ok. Bis kurz nach Mitternacht können wir schlafen, Mani geht ins Cockpit und versucht im Schutz der Kuchenbude zu schlafen. Ich bleibe im Bett, liege aber die meiste Zeit wach.

Um 7 Uhr stehen wir auf. Nach dem Frühstück verlassen wir so schnell wie möglich diesen unruhigen Ort und segeln nach Port St. Mary, wo wir an einer Boje festmachen. Ich habe vergessen den Ankeralarm auszuschalten. Während der Fahrt macht er Alarm, aber erst nach mehreren Meilen, dem Vertraue ich sicher nicht mehr.

Mit dem Tandem und dem Dinghi fahren wir an Land und machen noch einen kleinen Ausflug nach Port Erin, dann zu Fuss zum Milner’s Tower.





In Port St. Mary haben wir auch recht Wind, liegen aber sehr ruhig in der geschützten Hafenbucht. Wir schlafen sehr ruhig und gut.
Am Samstag machen wir eine lange Velotour nach Peel, da halten wir für eine Kaffepause mit einem kleinen Spaziergang zur Burg, dann nach Ramsey, wo wir gestern an der Boje waren. Der Ort gefällt uns nicht, wir fahren weiter nach Douglas, die Hauptstadt der Insel dann zurück nach Port St. Mary. Insgesamt 101km, das reicht für heute.


Die Insel of Man ist als autonomer Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt, jedoch weder Teil des Vereinigten Königreichs noch Britisches Überseegebiet. Sie stellt ein gesondertes Rechtssubjekt dar und war nie Mitglied der EU. Sie ist als Steueroase und Sitz von Offshoreunternehmen sowie für das Motorradrennen Isle of Man TT bekannt.



Während der Fahrt entlang einer Schafweide bemerkt Mani ein zappelndes und schreiendes Schaf an einem Zaun. Ich klettere den Hang hoch und sehe, dass es mit seinen Hörnern im Zaun eingeklemmt ist und zappelt wie wild. Wir drücken den Kopf zurück und stossen die Hörner durch den Zaun. Nach ein paar Sekunden ist es frei und springt schnell weg. Das Schaf muss schon sehr lange eingeklemmt gewesen sein, der Draht um den Zaun ist schon ganz dick mit Wolle umwickelt und der Boden zu Matsch zerstampft. Ich bin so sehr gerührt von der Situation um das arme Schaf, dass ich ganz vergesse Fotos zu machen.


Am Abend hat es wenig Wind aus Süden aber starke Tideströmung in den Hafen. Es ist wieder sehr unruhig die ganze Nacht. Wir schlafen beide schlecht, kurz nach 3 Uhr stehen wir auf und verlegen das Schiff an den einzigen Steg im Hafen, der ist eigentlich für das Rettungsboot. Zum Glück ist der Hafen gut beleuchtet und wir können alle Hindernisse sehen. Danach gehen wir nochmals schlafen.
Der Hafenmeister informiert und freundlich, dass das Rettungsboot jeden Sonntag um 11 Uhr für ca. ein bis zwei Stunden am Steg liegt, danach aber wieder zur Boje wechselt. Wir sollen ca. um 10 Uhr an der Wand anlegen und dürfen wieder zum Steg zurück, sobald das Rettungsboot weg ist. Super das machen wir, wir sind sehr froh, den Steg nutzen zu dürfen, am Montag früh gegen 7 Uhr soll Starkwind aufkommen mit bis zu 43kt, anfangs noch aus Süden wechselt später nach Südwest. Da will ich nicht an der Boje sein, die schon bei 11kt mit der Tide so zappelig ist.
Nach dem Frühstück putzen und staubsaugen wir, das Wetter ist stark bewölkt aber warm. Wenn wir heute wegen dem vielen umverlegen des Bootes sowieso den ganzen Vormittag hier sein müssen und das Wetter schlecht ist machen wir mal wieder Schlechtwetterputzprogramm. Das Rettungsboot ist bald zurück und um 11.30 Uhr wechseln wir schon wieder zum Steg zurück. Wie programmiert, kommt die Sonne und es wird widererwarten schön und wärmer. Kurzerhand fahren wir mit dem Velo nach Castletown. Auf dem Hinweg grüsst uns ein Pärchen mit ,,hallo zäme,, wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir richtig gehört haben und halten an um nachzufragen. Tatsächlich, es sind Schweizer, die uns sprechen gehört haben. Wir tauschen etwas Reiseerfahrungen aus, danach bade ich meine Füsse im Wasser um zu testen, ob ich da schwimmen will, das ist mir aber doch etwas zu kalt. In Castletown machen wir einen Spaziergang, Zvierihalt und kommen noch in den Genuss eines 1 1/2-stündigen Konzertes.


