Weil das Wetter in der letzten Zeit eher schlecht war mit zum Teil wenig Sonne, sind unsere Akkus nicht immer schön voll geladen am Abend. Immer wenn wir 230 Volt Strom brauchen muss der Inverter viel Energie umwandeln, das kostet auch viel Strom. Die brauchen für die Ladung über 24 Std. Ich versuche über das Internet zu erfahren, ob es für Oral-B Zahnbürsten Ladegeräte mit USB-Stecker gibt. Die würden dann über 12 Volt geladen, was viel Strom spart. Die gibt es, aber nur Online zu kaufen, nicht in Geschäften. Wir bestellen ein Ladegerät und lassen es nach Inverness schicken, wo wir es abholen können, wenn wir dort sind. Heute ist es soweit, wir sind gespannt ob es mit der Lieferung funktioniert hat und ob das Laden auch geht. Die Lieferung ist angekommen.

Inverness ist für die nächste Woche die letzte Möglichkeit für etwas grössere Einkäufe. Wir brauchen Gemüse, Früchte und Milch für Mani. Endlich finden wir einen Marina-Shop, wo wir Fender kaufen können, nach dem letzten Starkwind brauchen wir einen zweiten dicken Runden und einen langen als Ersatz, der aber leider im Lager fehlt.
Wir schauen uns den Kanal an, wo wir am Mittwoch schleusen werden. Das sieht sehr spannend aus, eine richtige Treppe, die wir hoch gehievt werden. Wir müssen uns Anmelden für den Kanal, am Mittwoch um 10.30 Uhr haben wir den Termin.


Vor ein paar Wochen hat uns ein Segler empfohlen, wenn wir den Caledonian Kanal fahren, sollen wir parallel dazu das Buch ,,der Keltische Ring,, lesen. Das ist ein Krimi von einem Segler, der in der Gegend spielt. Wir haben uns das Buch online runter geladen und sind abends fleissig uns gegenseitig am vorlesen.
Am Dienstag fahren wir mit dem Tandem nach Fort George, eine alte Festung aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist noch nahezu original erhalten und gilt deshalb als eine der bedeutendsten Anlagen aus dieser Zeit. Die Einrichtung war fast autark, die Leute lebten hier mit ihren Familien wie in einer Kleinstadt.




Wir sehen ca. zwei bis vier Delfine und einen Seehund vor der Festung, die Strömung treibt scheinbar viele Fische in diese Enge, so finden sie immer was zu Fressen.


Stephan gibt uns verschiedene Tipps, wie wir uns für das Schleusen vorbereiten können. Wir kaufen ein Brett um das Boot und die Fender während dem Schleusen zu schützen und bereiten die Leinen vor.






Um 8.15 Uhr ruft Mani den Schleusenwart an, wir können schon um 8.45 Uhr schleusen, sonst erst wieder am Mittag. Wir machen uns auf die Socken und verlassen zügig den Hafen um pünktlich an der Schleuse zu sein. Die Strömung ausserhalb des Hafens ist krass, es hat viele Wellen in verschiedene Richtungen. Aber Mani steuert uns sicher vor die Schleuse. Ein anderes Schweizer Segelboot schleust vor uns. Es sind vier ältere Herren, bei denen funktioniert das Schleusen aber schlechter als bei uns.













Heute scheint die Sonne und wir können endlich draussen an Deck frühstücken, aber noch mit Pullover. Ich tausche die Thermowäsche gegen ein T-Shirt und verzichte auf warme Socken. Die Regenkleider nehmen wir nicht mit, wir fahren mit dem Velo nach Inverness um uns die Stadt anzuschauen. Es beginnt doch noch zu regnen, obwohl die Prognosen anderes voraus gesagt haben. Ab morgen soll es richtig warm werden, mit 25 Grad, am Wochenende sogar bis 30 Grad. Wir sind gespannt.







Tatsächlich, am Freitag essen wir im T-Shirt Zmorgen in der Sonne. Wir nutzen wieder mal unser Dinghi um an Land zu fahren. Im Hafen hören wir schweizerdeutsch, ein Pärchen mit Motorboot lädt uns zum Kaffee ein Bei unserer Velotour in die Highlands brauchen wir weder Jacke noch Pullover, aber dafür Sonnencreme;))).










Es hat kein Wind und keine Wellen, wir versuchen endlich unseren Anker aus. Wir fahren um die nächste Landzunge in die Bucht von Urquart mit einer super Aussicht auf das Castle. Zweimal versuchen wir in der ruhigen schönen Bucht zu ankern, aber der Anker gräbt sich nicht ein. Wir geben auf und versuchen es ein andermal.

Nach den missglückten Ankerversuchen, fahren wir weiter Richtung Fort Augustus. Es ist absolut windstill, wir nutzen das und putzen während der Fahrt mit dem Autopilot das Boot. Mani schrubbt oben das Deck und ich staubsauge alle Kojen und den Salon, so haben wir auch was getan, während der ruhigen Motorfahrt. Danach geniessen wir die Aussicht an Deck.


Fort Augustus ist ein Touristenhotspot, hier treffen sich Touristenausflugsschiffe, Segler, Touris die Motorboote mieten und Cartouristen. Am Nachmittag läuft was, Eiscafés, Fish and Chips und Souveniershops sind voll. Wir genehmigen uns ein Eis, danach radeln wir um das Loch Oich nach Laggan Lock ich erfrische mich kurz im See, der in Ufernähe recht angenehm ist. Am Abend geniessen wir das Sommerfeeling und mischen uns in den Touristenrummel um was zu trinken.




Heute schleusen wir fast die ganze Fahrt. Viele Boote fahren raus, wir sind fast zum Schluss dran und müssen bis um 11 Uhr warten. Es sind viele Touris, die das Schleusen beobachten, wir fühlen uns fast etwas ausgestellt.


Gegen 16 Uhr legen wir in Laggan Lock an. Wir nutzen die Zeit bis zum Kochen um eine Vorrichtung zu montieren, das Mani nicht zum Bug nach vorne muss um die Spistange zu setzen wenn wir Raumwind segeln. Dabei ersetzen wir auch die Halterung, die wir letztes Jahr pro Forma repariert haben. In unserem Ersatzteillager finden wir eine Schraube mit einer Öse dir wir kürzen und das Gewinde verlängern. Mani klettert hoch und bohrt ein Loch in den Mast um die Schraube ein zu schrauben.


Das hat doch fast zwei Stunden Zeit beansprucht, den Rest machen wir ein andermal. Jetzt wird gekocht. Ich nehme einen kurzen Schwumm im See. Nach dem Essen trinken wir noch was in der Bootbar Eagle Barge Inn mit den Schweizern, die wir im Loch Ness kennen gelernt haben. Theoretisch wäre heute Veröffentlichung der Homepage angesagt, weil der Krimi ,,der Keltische Ring,, grad so spannend ist, habe ich das völlig vergessen.
