Endlich kommt etwas mediterranes Feeling auf…

Heute ist gruusiges Regen- Nieselwetter bei etwa 20 Grad. Wir radeln mit dem Velo nach Urt zu Lecomble et Schmitt, zum Hersteller von unserem Autopilot. Wir hoffen, dass wir einen neuen Motor, diverse Ersatzteile und einen Service von unserem Motor machen lassen können. Wir sind schon etwas spät dran und nicht sicher, ob wir noch vor der Mittagspause dort sind. Um 11.15 Uhr sind wir da, die Firma ist über Mittag geöffnet, ein Angestellter öffnet uns die Tür, wir sprechen ihn auf englisch an, französisch kann ich nur sehr wenig. Er könne kein englisch und verschwindet. Dafür kommen etwa fünf andere Angestellte, wir schildern unser Anliegen, sie sind sehr hilfsbereit und sofort wird der alte Motor begutachtet. Wir dürfen sogar mit in die Produktionshalle und er zeigt uns, welche neuen Teile er einsetzt. Am Nachmittag um 14 Uhr sollen wir wieder kommen, bis dann ist alles bereit. Super, wir sind überrascht, wie unkompliziert das geht. Im Dorf suchen wir uns ein Café und essen was kleines. Gegen 14 Uhr sind wir wieder bei der Firma, ich bekomme sogar einen Kaffee angeboten. Alles ist bereit und fertig. Wir bezahlen, bedanken uns bei den sehr netten Mitarbeitern und radeln nach Bayonne, wo wir die schöne Altstadt besichtigen. Beim vorbei gehen an einem Restaurant hören wir schweizerdeutsche Sprache und schauen uns um. Da sitzt ein sympathisches Paar, wir beginnen zu quatschen, Claire lädt uns ein, was mit zu trinken. Klar, wir setzen uns und unterhalten uns gut. Sie gehen den Jakobsweg, wir laden sie ein, morgen zu uns aufs Boot zu kommen und zu übernachten. Super, sie melden sich morgen, wann sie kommen wollen. Wir freuen uns über die tolle Begegnung.

alte Stadtmauer, Überreste der Römerzeit….
die sehr schöne Altstadt….
der Adour…
viele Schinkenmanufakturen….
Cathédrale Sainte-Marie…
was für eine witzige Speisekarte…

Wir nehmen uns vor, jeden Tag was am Boot zu reparieren oder zu erledigen, aber auch dass jeder für sich was unternehmen kann.

Wir montieren den neuen Autopiloten ein, füllen das Hydrauliköl auf und bewegen das Steuerrad, dass das Öl sich gut verteilt und möglichst alle Luft raus geht. Bei der nächsten Fahrt müssen wir kontrollieren, ab alles richtig funktioniert.

der neue Autopilot…
wird eingebaut….

Tino und Claire können uns leider heute nicht besuchen, da das Zugpersonal in Frankreich morgen streikt, es könnte sein, dass sie nicht von hier wegkommen. Schade, das wäre echt toll gewesen.

im Hafen sind viele Fische…
einer wird gefressen…
das Sonnendach schützt uns vor der starken Sonne…

Ich will mir eine Hängematte kaufen und suche im Internet nach einem passenden Geschäft. In Bayonne im Einkaufszentrum befindet sich ein Geschäft mit Yogaartikeln und auch Hängematten aus Südamerika, Handgemacht mit Naturfasern. Der Verkäufer beratet mich freundlich und ich entscheide mit für eine aus Columbien.

Wir kaufen noch ein paar Lebensmittel ein im Carrefour. So einen Laden wie den hier, habe ich noch nie gesehen, alles in X-facher Ausführung, vier Gänge Tierzubehör und Futter, ein Riesengestell nur mit Kinderbueno oder Maltesers. Mehrere Laufmeter verschiedene geräucherte Lachssorten, Tonnenweise Fruchtsäfte, frisch und aus Konzentrat usw. Ich bin überfordert mit dem Riesenangebot, ein Bruchteil davon würde reichen.

am Abend teste ich sofort meine neue Hängematte…

Am Mittwoch Vormittag kümmern wir uns um die defekte Steckdose in der Küche. Ich informiere mich übers Internet, wie das Elektromessgerät funktioniert und wie man es richtig anwendet. Die Steckdose ist ordnungsgemäss angeschlossen und funktioniert mit dem Wasserkocher und dem Bamix gut, aber mit der Kaffeemaschine nicht. Sie läuft ganz kurz an, dann stellt sie ab. Also benutze ich sie weiterhin mit dem Verlängerungskabel und der Steckdose im Salon. Das Projekt ist also weiterhin vakant.

was ist da nicht gut….
endlich mal wieder Hörnli und G’hackets zum Znacht….

Leider ist das Schloss in der Tür zu unserem Schlafzimmer bei einem Starkwindtörn kaputt gegangen, jetzt kann man sie nicht mehr schliessen. Wir bauen es aus und versuchen es zu reparieren. Ein kleines Stück der Feder ist abgebrochen, dieses Projekt können wir im Moment auch nicht abschliessen. Wir messen alles aus, ev. finden wir ein passendes Schloss.

das ausgebaute Schloss….
hier muss es wieder rein…

Am Donnerstag fahren wir dem Fluss Nive entlang nach Ustaritz geniessen feine Crépes und einen Kaffee und fahren wieder zurück.

schöne Wohngegend…
dieses ältere Haus gefällt mir…
viele grosse Felder mit Peperonis….
der Fluss Nive in Bayonne…

Ich möchte bei meiner neuen Hängematte zwei Stangen einfügen, damit der Halt besser ist. Im Bricomarche kaufen wir eine zwei Meter Holzstange und lassen sie halbieren, so kann ich sie besser transportieren mit dem Tandem. Weil mit der Stange die Schnüre anders gespannt werden, muss ich die ganze Verknüpfung öffnen, neu ausrichten und neu knüpfen. Bei der zweiten Aufhängung stimmt die Ausrichtung nicht, ich habe die Schnüre zu kurz ausgerichtet, also nochmals alles aufmachen und nochmals von vorne…ich bin den ganzen Nachmittag damit beschäftigt, Mani geht Velo fahren.

die Länge der Fäden neu ausrichten….
und schön verknüpfen…
die Rille für die Schnur muss ich noch ganz fein feilen…
endlich ein schönes SUP…

Endlich ist es soweit und ich kaufe mir ein SUP, nach diversen Recherchen im Internet habe ich mich für eines entschieden. Leider sind die meisten zu gross um sie praktisch auf dem Boot zu platzieren, dass es nicht stört. Das eine, das in Frage kommt ist in Bayonne im Decathlon erhältlich aber doch ein bisschen zu gross. Ein anderes, kleineres ist im Decathlon in Hendaye vorhanden, das sind von hier aus 34km mit 471 Höhenmeter und wieder zurück. Also gibt es heute eine strenge Tagestour dahin.

Bistro auf dem Fels in Biarritz…
super Verhältnisse zum Surfen…

Am Sonntag morgen ist es noch recht kühl und stark bewölkt, kaum zu glauben, dass es heute Nachmittag 25 Grad haben soll. Beim Frühstück draussen im Cockpit werden wir sogar noch von leichtem Nieselregen erwischt. Wir nutzen das kühle Wetter und fahren zur Laundry um die Wäsche zu waschen, damit wir in zwei Wochen bevor wir heim fahren nicht so viel haben. Nach knapp zwei Stunden sind wir schon fertig, das Wetter wird schon besser und wärmer. Wieder zurück beim Boot hänge ich noch ein paar Sachen zum Trocknen auf. Dann endlich pumpe ich mein neues SUP auf und teste es sofort. Am Anfang bin ich noch etwas wackelig auf den Beinen, die erste Runde mache ich im Knien, danach fühle ich mich sicher und paddle im Stehen und falle ins Wasser:)))

Am Nachmittag will ich noch schwimmen und gehe ohne Handy/Kamera zum Strand. Am kleinen Strand tummeln sich wieder viele Surfer, die Wellen sind recht gross. Am grossen Badestrand ist niemand im Wasser, die Brandungswellen sind riesig, die Flaggen stehen auf ROT, also kein schwimmen heute, schade. Ich setze mich in den groben Kies, kein feiner Sandstrand und grabe mit den Händen nach schönen, kleinen, fein gewaschenen Steinchen, eines schöner als das andere.

das gelbe Steinchen sieht fast aus wie mein SUP…

Wir freuen uns auf unser Nachtessen heute Abend. Vor einer Woche haben wir in einem kleinen Restaurant, wirkt typisch spanisch, in der Nähe vom Hafen, es gibt Tapas, Paella, Cocktails und Salsa-Musik, reserviert. Wir machen uns chic und spazieren mit grossem Hunger dahin. Uns wird ein Tisch zugewiesen, der zwar für zwei Personen gedeckt ist, aber nicht sauber gewischt wurde. Ich bitte die Chefin den Tisch zu wischen. Sie bringt uns die Speisekarten. Wir sind überrascht und erwähnen, dass wir für Tapas und Paella reserviert haben. Paella gibt es keine, Tapas sind auf der Tafel gelistet, es seien grosse Portionen, genug für zwei, man kann verschiedene bestellen und man werde gut satt, meint sie. Naja, schade, wir haben uns auf die Paella gefreut. Ganz kurz kommt mir der Gedanke, dass wir woanders hingehen sollten, aber wir bleiben. Tapas sind auch gut, leider sind nur frittierte aufgeführt, wir bestellen mal frittierte Tintenfische und Seehecht dazu Salat, Mani bestellt noch Fritten. Die Portionen sind für zwei Personen sehr klein für je 17 Euro, die Fritten sind nicht gut und die Dipsaucen nicht hausgemacht. Salsa Musik wird gespielt und getanzt, sogar ein Vortänzer, der zählt vor für die Anfänger. Wir gehen endtäuscht, ich mit knurrendem Magen.

gerade noch den Sonnenuntergang erwischt…

An der Strandpromenade ist nur ein Restaurant, das sieht aber richtig gut aus, die Speisekarte sieht auch toll aus, nicht teurer als das andere am Hafen. Wir gehen rein, uns wird freundlich ein Tisch zugewiesen. Es gibt sogar Tomatensaft, ich liebe Tomatensaft zum Apero. Mani bestellt Tagliatelle mit Tomatensauce und Hackfleisch, ich Pastamuscheln an einer Morchelsauce, super fein. Schade, die haben auch wunderschöne Vorspeisen, sind freundlich und wir fühlen uns wohl hier.