Das leidige Thema mit den Gasflaschen beschäftigt uns immer noch. Die französischen Flaschen fassen 10kg Gas, die spanischen nur 5kg und sind 10cm niedriger. Im Umfang sind sie beide gleich gross, das heisst, unsere Backskiste müssen wir so oder so vergrössern. 10kg reichen uns für zwei Sommersaisons, die Backskiste hat Platz für zwei Flaschen. Spätestens im Sommer 28 hätten wir im Mittelmeer also die Möglichkeit in Frankreich neue Flaschen zu kaufen, die dann wieder zwei Jahre halten.
Wir beschliessen heute nochmals nach Hendaye zu fahren. Es wird zeitlich knapp, dass wir vor der Mittagspause so gegen 12 Uhr beim Mr. Bricolage sind. Wir nehmen das Tandem mit auf den Zug von San Sebastian Amara bis nach Hendaye. So schaffen wir es bis um 11.45 Uhr dort zu sein. Wir lassen uns über die Gasflaschen beraten. Der Herr sagt, dass man im Boot keine Butangasflaschen benutzen kann, die hätten ein anderes Installationssystem und seien für die Temperaturunterschiede draussen nicht geeignet. Ich habe das aber anders in Erinnerung, Ralf aus Bremen hat nur gesagt, dass Butan bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Probleme machen kann. Ich frage kurzentschlossen bei Stefan nach und sende ihm eine Sprachnachricht. Vielen Dank für den schnellen Rückruf. Er hat meine Annahme bestätigt. Wir kaufen eine Butangasflasche mit dem Richtigen Aufsatz und fahren damit wieder nach Hause zum Schiff. Morgen schauen wir ob alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen.

Endlich, heute ist es soweit und wir wassern ein. Weil wir das Boot erst heute einwassern, und ich das Bugstrahlruder letzte Woche schon gemalt habe, muss ich es jetzt noch anschleifen. Danach wasche und bürste ich das Dinghi.


Jose kommt und wechselt den Impeller. Beim zusammenbauen passt der neue Aufsatz nicht, nach kurzen Internetrecherchen findet er den Fehler und muss noch eine Schraube lösen und ein zusätzliches Teil rausnehmen, damit das Neue rein passt. Wir dachten zuerst, es wäre der falsche Aufsatz und er müsste einen anderen bestellen. Uff, nochmals Glück gehabt.

Ca. um 1 Uhr wassern wir ein. Alles klappt und wir sind im Wasser, der Motor springt sofort an, wir steuern an unseren neuen Platz legen an und sind auch schon fest. Jose macht den Service am Motor und kontrolliert ob alles in Ordnung ist. Tip Top, es passt alles.




Bei der Treppe montiere ich neue Stopper aus Holz, so dass wir hoffentlich keine Schrammen mehr am Heck bekommen. Am Stumpf beim Aussenborder stülpe ich die blaue Kugel mit Tikal drauf, so sollte auch die Tasche für den Motor geschützt sein.




Am Mittwoch regnet es viel, deshalb gehen wir in den Waschsalon und waschen unsere Kleider. Nach ca. zwei Stunden sind wir zu Hause und hängen auf was nicht Tumbler tauglich ist. Kurz danach kommt ein Gewitter. Wir haben nicht die ganze Kuchenbude aufgebaut, nur das Dach. Es regnet und windet stark rein. Wir hängen alles so gut wie möglich im Schutz auf. Nach 20 min ist alles wieder ruhig, die Wäsche kann trocknen.
Am Donnerstag putze ich das Badezimmer, unser Schlafzimmer, ein Teil der Küche und ordne die Körbe im Salon in den Stauraum ein.

Mani kümmert sich um die Gasflasche. Leider braucht es für die neue französische Gasflasche ein rechtsdrehendes Gewinde. Unser System hat aber ein linksdrehendes Gewinde. Hier in der Werft bekommen wir den Anschluss nicht. Also dauert das noch, bis wir dieses Projekt abschliessen können. Hätten wir vor zwei Jahren beim grossen Umbau doch auf Kochen mit Strom umstellen sollen? Bräuchten wir dann nochmals eine Batterie oder stärkere Solapanele??? Wir kochen jetzt schon öfter mit der mobilen Glaskeramikplatte, wenn wir viel Sonne haben reicht es locker.
Das fehlende Zahnrad für unser Tandem hat die Dame im Bikeshop noch nicht bestellt, weil sie wusste, dass es bis heute nicht da sein wird, morgen verlassen wir ja Zumaia. Sie hat uns aber nicht Bescheid gegeben, dass sie es nicht bestellt hat. Sie dachte wenn sie es nicht bestellt, muss sie uns auch nicht schreiben. In zwei Wochen kommen wir mit dem Tandem her um diverse Sachen die wir bestellt haben abzuholen. Sie bestellt es und gibt uns dann hoffentlich Bescheid, wenn es da ist.
Heute ist Freitag der 1. Mai, das heisst langes Feiertagwochenende bis und mit Montag. Wir stehen um 7 Uhr auf, klarieren das Boot und verlassen mit auslaufender Tide den Hafen von Zumaia. Wind hat es fast keinen. Leider motoren wir bis nach Getaria, das dauert knapp eine Stunde. Wir legen an der grössten Boje an, schnell stellt sich aber heraus, dass die für uns viel zu gross ist. Wir wechseln zu einer kleineren. Das klappt. Das Boot liegt ruhig und schaukelt nur sehr wenig.

Hier essen wir gemütlich Frühstück. Ich bereite mein Müsli und Manis Schoggimilch zu und koche heisses Wasser mit dem Wasserkocher. Grad kurz bevor das Wasser fertig ist gibt es einen Kurzschluss und der ganze Strom ist weg, 12V und 24V. Totalausfall, auch der Motor geht nicht an. Zum Glück habe ich heisses Wasser wenigstens für einen Instant Kaffee. Früher ist die Steckdose nur mit der Kaffeemaschine ausgefallen, nicht aber mit dem Wasserkocher. Das System sollte abkühlen, am besten ist es, wir fahren nach dem Frühstück an Land und gehen spazieren, dann kommt Mani nicht alle fünf Minuten in Versuchung nochmals irgendwas auszuprobieren. ….zurück zur goldigen Skipperregel, an den schönsten Orten der Weld das Boot reparieren….
Wir lassen das Dinghi runter und rudern an die Rampe. Die ist so glitschig vor lauter Algen, dass man kaum gehen kann. Aber wir schaffen es, das Dinghi ganz hoch zu tragen und festzumachen. Wir spazieren auf den Stadthügel und danach in die Altstadt auf einen Kaffee und eine Cola. Wir diskutieren, was das Problem sein könnte und wo die Abschaltung statt findet, es ist das Batterieprotec, dass soll das System vor Unter- oder Überspannung schützen.







Um 13 Uhr nach zwei Stunden wieder auf dem Boot, haben wir wieder Strom. Aber 230W nutzen wir jetzt nicht, gibt es halt keinen Kaffee und kein heisses Wasser. Zum Glück kochen wir mit Gas!!! Die Akkus sind voll geladen. Das Boot liegt sicher an der Boje, wir beschliessen nochmals an Land zu fahren, Mani fährt mit dem Dinghi und ich teste mal die Wassertemperatur ob es zum Schwimmen reicht. Wir sehen immer wieder Schwimmer auch ohne Neopren.


Nach ein paar Minuten bin ich tatsächlich im Wasser und schwimme an Land. Toll, endlich wieder freies Schwimmen. Nach einer Dusche am Strand üben wir zusammen Spanischwörter und lassen uns von der Sonne wärmen. Als das Wasser wegen der Flut bis zum Dinghi reicht und ein paar Wolken kommen, fahren wir zurück zum Boot. Die Wellen werden höher, es ist sehr mühsam und fast gefährlich mit dem Dinghi zu nahe ans Boot ranzufahren, weil das Heck immer in die Höhe schlägt, so dass das Dinghi drunter gedrückt wird. Wir schaffen den Ausstieg und ziehen das Dinghi wieder ganz hoch.

Das Schaukeln ist recht stark, es könnte sogar noch zunehmen auf die Nacht hin, es sind Gewitter angesagt mit Wind bis ca. 30kn. Gegen 16 Uhr verlassen wir die Bucht und fahren nach Orio. Im Hafenkanal wollen wir an der Mauer festmachen. Mal schauen wie sich das anfühlt mit ca. 3m Tidenunterschied. Wir finden einen Platz, wo die Betonmaurer nicht so weit über das Wellblech hinausgeht und es uns nicht darunter drücken kann.
Wir spannen lange Leinen, so dass wir immer schon sinken und steigen können und immer 2 Leinen gleichzeitig belastet sind. Hoffentlich scheuern die Leinen nicht durch, bei der rauen Mauer Wir liegen sehr ruhig und mit knapp zwei Meter Abstand zur Mauer. Noch während dem Anlegemanöver zeigt der Tiefenanzeiger mal 6m, dann 3.5m und plötzlich sinkt er rasant am auf 0. Wie wenn alles Wasser rauslaufen würde, aber wir sind ja immer noch am selben Ort, dann zeigt er wieder 3m usw. Es hat viele Fischer und viele Fische, die sich jetzt unter unserem Boot Schutz suchen, die werden vom Tiefenmesser erfasst. Uff, ich froh, kein Stein…
Ich koche uns Nachtessen, am Gasherd, zum Glück haben wir Gas!!! Alles ist ruhig. Mani geht früher ins Bett, und kontrolliert dann gegen 24 Uhr, wenn die Strömung wechselt. Ich schreibe….
Wir schlafen in der vorderen Gästekabine, die ist bei den Wellen viel ruhiger. Ich kann gut schlafen. Um 7 Uhr weckt mich Mani, er will rausfahren. Er hat keine Lust wegen dem Wetter und der Tide auf dem Boot gefangen zu sein. Jetzt sind wir noch recht hoch und er könnte gut aussteigen und uns losmachen. Ich will hier bleiben, ich fühle mich hier sicher und wohl. Es windet auch stark. Mani sagt es hätte nur 20kn Wind. Mich dünkt es aber viel mehr, bei mir zeigt das Messgerät 34kn an. Ich habe Glück, Mani kann das Boot nicht alleine nah genug zur Mauer ziehen und dann auch noch aussteigen. Ich könne mich wieder hinlegen. Jetzt will ich auch nicht mehr. Nach dem Frühstück löse ich ein Kreuzworträtsel und geniesse meinen Instantkaffee. Ich will das Boot fertig putzen, staubsaugen und alles aufräumen. Ich geniesse dass, ich kann mit gutem Gewissen meinen Bootshaushalt machen, das Wetter ist zwar noch trocken, aber es soll stark regnen heute Nachmittag.
In einer Kletteraktion die ich nicht wissen will, klettert Mani die Mauer hoch, keine Ahnung wie er das geschafft hat. Er passt die Leinen an, so dass das Boot näher zur Wand kommt und ich auch rausklettern kann. Wir kontrollieren die Leinen, eine ist eben doch durchgescheuert, ich hätte es gestern schon gesichert, aber ich kann nicht gut klettern…




Am Mittag nach einer kleinen Pause spazieren wir in die Stadt auf ein paar Tapas, dann wandern wir nach Begiralekua, von hier geniessen wir eine traumhafte Sicht auf Orio. In der Stadt findet heute ein Ruderbootrennen statt, eine Sportart, die hier traditionell fleissig betrieben wird. Wir schaffen es grad noch rechtzeitig auf dem Boot zu sein, bevor es zu regnen beginnt.



Nach dem Znacht macht sich Mani auf die Suche nach dem sündigen Kabel, das uns immer wieder einen Streich spielt. Siehe da wir haben den Übeltäter gefunden. Die schwierige Arbeit kommt aber erst, das alte Kabel irgendwie aus dem engen Kanal ziehen und gleichzeitig ein neues rein…


Am Sonntag um 7 Uhr stehen wir auf, es ist Hochwasser und wir heben das Tandem an Land. Mani hat Brötchen gebacken. Nach einem ausgiebigen Frühstück wäscht er das Geschirr ab und ich rätsle ein wenig. Gegen 9.15 Uhr verlassen wir das Boot und fahren mit dem Velo eine gössere Runde in die Hügel nach Aia, wo wir eine Kaffeepause machen, dann fahren wir nach Villabona, nach Laserate/Oria dann nach Orio zurück. Noch mit einem kurzen Regenguss zwischendurch.




Wieder beim Boot scheint schon wieder die Sonne, bis am Abend sind unsere Batterien schön wieder bei 100%. Wir wollen heute Abend essen gehen und uns vorher noch frisch machen. Wir waschen uns im Fluss bei der Treppe am Steg, das Wasser ist sehr kalt, ich schaffe es aber ganz kurz unterzutauchen, danach ist das Süsswasser vom Boot richtig warm, mit dem waschen wir das Salzwasser ab.

Zu Fuss spazieren wir ins Dorf und suchen uns ein feines Restaurant. Beim Essen neben uns sitzt ein deutsches Paar, die segeln auch wir reden recht lange und sind erst gegen 22.30 Uhr zurück beim Boot. Die Tide ist schon wieder weit zurück, viel später hätten wir nicht kommen dürfen….
