Am Dienstag Abend darf ich im Labor Team einen Vortrag über unsere Segelreisen 24/25 halten. Etwa 25 interessierte Mitarbeiter freuen sich über die spannenden Berichte und Bilder. Danach geniessen wir einen Apero in der Cafeteria und unterhalten uns. Die Feedbacks sind super und die Erfahrung die ich dabei gemacht habe ist sehr bereichernd. Vielen Dank euch allen.
Nach einer kurzen, strengen, aber spannenden Woche putzen und räumen wir die Wohnung in Rorschacherberg, bringen die Kleiderkartons und unser Bett in unseren Abstellkeller zurück und das Auto wird wieder bei Irene und Roli deponiert. Am Wochenende übernachten wir bei Teresa in Wil, so kommen wir sicher pünktlich am Montag morgen um 6.40 Uhr am Flughafen Kloten an.
Überpünktlich landen wir in Zumaia um kurz nach 9.00 Uhr. Wir warten auf das Gepäck. Mit Schrecken stellen wir fest, dass eine Tasche fehlt. Die von Mani, zum Glück hat die Dame beim CheckInn am Flughafen Zürich uns darauf aufmerksam gemacht, die Ticketquittung nicht an die Tasche zu kleben sondern aufzubewahren. Wir melden den Verlust und fahren mit dem Bus und Zug nach Zumaia. Gegen 13.00 Uhr betreten wir das Werftareal, eine Ketsch, ein Schiff mit zwei Masten ist im Hafen gesunken und liegt neben der Durchfahrt halb unter dem Steg. Krass wie lange liegt das schon da? Kümmert sich da jemand drum?


Von aussen sieht an der Miss Suma alles ok aus. Wir klettern rauf, drinnen schauen wir uns um, ob alles ok ist. Ich gehe ins Bad und mich trifft fast der Schlag, das Wasser steht etwa kniehoch im Duschraum. Warum??? Was ist da passiert??? Regenwasser kam vom Aussenablauf durch den Ablauf in der Spüle hoch. Wir haben das T-Stück, dass die Spüle dicht halten soll nicht geschlossen, das Seeventil war verstopft, das Wasser lief nicht ab und drückte in der Spüle hoch. Es kam ganz genau bis unter den Rand des Durchgangs keinen Zentimeter mehr, und das Wasser wäre ins Schlafzimmer und in die Backskisten darunter. Im Motorraum hat es auch Wasser zum Glück nicht so viel, dem Motor sollte es nicht geschadet haben. Wir schliessen die Batterien an, die sind alle intakt, 100% Akku, das ist schon mal gut. Die Bilgenpumpe und die Wasserablaufpumpe in der Dusche arbeiten auf hochtouren. Danach nur noch putzen.




Jetzt wird wenigstens mal alles geputzt und wieder mal aussortiert, was wir nicht mehr benötigen. Bis am Abend ist das gröbste Wasser weg. Die Duschablaufpumpe und die Bilgenpumpe laufen auf Hochtouren.
Im Herbst haben wir die Akkus gekappt, weil wir schon einmal ein Problem hatten mit Fehlstrom, so dass die Akkus danach fast ganz entladen waren. Deshalb lief die letzten sechs Monate die Bilgenpumpe nicht, die hätte das ganze Wasser abgepumpt. Naja, wieder was gelernt, alle Ventile doppelt kontrollieren und zweimal überlegen welche auf zu und welche wann offen sein müssen. Zum Glück ist nichts kaputt gegangen, nur haben wir noch mehr Arbeit als eh schon. Unser Nachbar hat es aber viel schlimmer….

Nach dem Einkaufen und Nachtessen erfahren wir, dass Manis Tasche noch heute geliefert wird. Na super, mal schauen, wann die kommt. Tatsächlich um 22.00 haben wir sie wieder, und mussten sie nicht mal selber schleppen. Draussen ist es stark windig, es regnet in Strömen und es ist kalt. Wir sitzen im warmen Cockpit, ich schreibe schon die ersten spannenden Berichte und mühe mich ab mit dem neuen Laptop und dem blöden übertragen der Fotos, das immer komplizierter wird, weil immer ein Programm neu ist oder sonst was geändert hat….

Am Dienstag und Mittwoch räumen wir die Bilge aus, hängen den Spinnacker unter dem Boot auf, um es etwas zu trocknen. Zum Glück haben wir viel Platz in unserer Kuchenbude, wo wir das ganze Material trocknen lassen können.
Wir räumen alle Backskisten aus und alles was nass geworden ist wird geputzt und vom Schlick befreit und in der Kuchenbude getrocknet. Wir haben Glück, alle unsere Campingsachen sind eingeschweisst und haben dicht gehalten.






Am Donnerstag nach dem Z’Morgen putze ich noch das Putzkästchen in der Küche und reinige alle Flaschen. Gegen Mittag packen wir unsere Sachen für den Oster-Veloausflug. Wir wollen auf dem Via Verdes nach Burgos fahren. Wir sind gespannt ob der Weg durchgehend und gut befahrbar ist. Es nieselt leicht als wir losfahren, später beginnt es zu regnen.



Kurz nach Zumaia finden wir einen Weg, der so aussieht wie ein ehemaliges Bahntrassee, er ist zwar noch nicht fertig geteert, aber wir fahren mal drauf, es ist nichts abgesperrt. Wegen des Regens wird er sehr nass und richtig matschig, die Pneus und die Bremsen sind mega eingematscht. Bei der nächsten besten Stelle verlassen wir den Weg und fahren auf der Strasse. Kurz darauf an einer Tankstelle spritzen wir das Tandem mit dem Hochdruckreiniger ab, es wird einigermassen sauber.




Wir wissen noch nicht wo wir übernachten. Nach ca. 45km in Antigua Auzoa fragen wir im Nekazatturismoa ob sie noch ein Zimmer für eine Nacht frei haben.
Wir haben Glück, heute hat sie noch eines frei, ab Morgen ist über Ostern alles besetzt. Sie ist so nett und reserviert uns im Restaurant Ogni Ettori einen Tisch auf 20.00 Uhr. Wir sind nass, die letzten Kilometer hat es stark geregnet und war kalt. Zum Glück hat es eine Heizung im Zimmer, wir trocknen unsere Sachen während wir essen gehen. Unser Zimmer ist sehr rustikal und einheimisch, das gefällt uns sehr.





Mani isst einen Burger und ich Nachos mit Käsesauce, die Kellnerin ist sehr nett und hilft uns mit den spanischen Ausdrücken für das Essen. Wir schlafen sehr gut.
Nach dem Frühstück als wir losfahren ist es noch sehr kalt aber trocken und die Sonne drückt. Wir finden den Via Verdes nicht immer, die Wege sind nicht immer gut gekennzeichnet. Teils ist es sehr steil aber eine sehr schöne grüne Landschaft.


In Vitoria Gasteiz machen wir eine Zvieri-Pause und besprechen wie wir weiterfahren. Bis nach Burgos sind es noch über 100km, für heute zu viel, wenn wir erst am Samstag dort sind, haben wir nur einen Tag, am Montag wollen wir zurück, denn am Dienstag soll das Wetter wieder schlechter werden. In der Altstadt von Vitoria Gasteiz gefällt es uns und die Jugendherberge im Zentrum hat noch ein 2er-Zimmer frei. Wir bleiben hier, Burgos können wir ein andermal auch noch besuchen, dann ev. nur mit dem Zug ohne Velo.

Nach dem Einquartieren im Zimmer gehe ich alleine auf Fototour und die Beine vertreten. Gegen 20 Uhr hole ich Mani ab und wir gehen feine Tapas essen, die Auswahl ist riesig, dafür aber die Qual der Wahl. Auf dem Heimweg können wir grad noch die Karfreitagsprozession durch die Stadt bewundern.








Den Samstag geniessen wir in der Stadt, machen eine Stadtführung auf Spanisch, leider verpatze ich die Speicherung mit dem Translater und der ganze übersetzte Text ist weg, ich wollte das heute Nachmittag nachlesen. Der Spanische Reiseleiter spricht so schnell, wir verstehen kein Wort. Wir besuchen die Cathedral Maria Inmacalada of Vitoria. Am Nachmittag wird es richtig warm, es sind Sommerkleider angesagt, wir ziehen uns um, Mani sogar in kurzer Hose. In einer kleinen Bar geniessen wir Kaffee und Kuchen, danach chillen wir im Park, Mani liest und ich döse an der Sonne. Ich freue mich schon wieder auf die Tapas, im Baskenland Pintxos. Wieder ein Gedicht, einfach super lecker.





Heute Sonntag fahren wir zurück nach Zumaia. Noch einen Tag hierbleiben ist uns zu viel und sonst irgendwo hin fahren passt uns nicht. Das Wetter soll zwar diese Woche besser werden als gedacht, aber die Arbeit am Boot muss auch gemacht werden, das ist bei schönem Wetter auch angenehmer.





Nach knapp 100km und einer Kaffeepause in Bergara sind wir abends um 18.00 Uhr zurück beim Boot. Mani kocht, ich gehe duschen und schreibe. Zum Schluss nervt mich die Datenübertragung der Bilder, geht nicht so wie früher und dauert ewig….
