Ab Sonntag mach ich Pause…

Am Montag nach dem Frühstück laden wir das Tandem auf und verlassen Lluarca. Wir fahren in den Hafen von Viveiro, müssen Wasser auffüllen und das Boot abspritzen. Es soll schwachen Ostwind haben, von dem merken wir nicht viel. Er ist wirklich sehr schwach und die Dünung sehr hoch und unruhig. Wellen und Wind kommen aus verschiedenen Richtungen, das macht die Fahrt noch unruhiger. Die Fock flattert so stark, dass sie sich um das Radar wickelt, der bewegt sich sogar schon, dass müssen wir unbedingt kontrollieren.

Heute, nach dem Frühstück klettert Mani zum Radar hoch und kontrolliert die Halterung. Zwei Muttern fehlen, die Schrauben sind noch drin. Zum Glück ist mir gestern aufgefallen, dass er sich bewegt, der hätte nicht mehr lange gehalten. Auch mit dem Wind haben wir nochmals das selbe Spiel, wirklich segeln können wir nicht. Der Windmesser zeigt zwar gut Wind an, aber unsere Fahnen wehen kaum, man könnte meinen, der Wind weht über das Boot hinweg. Die Fock flattert oft und schlägt hin und her, die hohen Wellen bringen uns vom Kurs ab und die Segel bekommen noch weniger Wind. Doof. Wir motoren bis in die Bucht von Cedeira. Eine sehr schöne Bucht, wo man gut ankern kann. Schöne Strände hat es auch, es fehlt nur noch die Sonne und wieder wärmeres Wetter. Aber das soll ja morgen kommen.

rauhe Küste…
die umfahren wir grosszügig….
schöner Strand zum Schwimmen…
hier ankern wir…

In den nächsten Tagen soll es Starkwind oder sogar Sturm geben, sagen die einen Wettervorhersagen, andere zeigen normal bis fast kein Wind an, die ganze Woche soll so sein. Wir müssen spätestens am Samstag in A Coruna sein. Wir brauchen heute dringend Bewegung, deshalb bleiben wir einen Tag in Cedeira.

Wir machen eine Velotour in die Berge. Unterwegs treffen wir sogar ein Auto mit AG- und einer mit VD-Kennzeichen, und das in dieser abgelegenen Gegend.

nur ein paar wenige Häuser…
schöne Kontraste…
einige Wildpferde sind hier oben….

Am Nachmittag wieder zurück im Dorf gehen wir in ein Café was trinken. Ich bestelle uns was an der Bar. Mein Akzent wird von einer etwas rau wirkenden älteren Dame sofort erkannt. Sie spricht mich auf schweizerdeutsch an. Sie ist Spanierin und hat 15 Jahre in der Ostschweiz gelebt und in Romanshorn im Hallenbad und dem Seerestaurant gearbeitet. Interessant wo man Leute trifft…

die Tour von heute…war ganz schön streng….

Am Strand hat es eine Dusche, Mani geht da duschen und ich schwimme zum Boot. Weil die Strecke aber recht lang ist und das Wasser eher kühl, schwimme ich in Richtung Steg, wo Mani mit dem Dinghi los paddelt. Er begleitet mich so zum Boot. Ich bin 35 bis 40 min am Schwimmen, ganz schön lang. Nach dem Rausheben und befestigen des Dinghis dusche ich mich mit der Heckdusche ab. Ich muss mich warm anziehen, mir ist etwas schwindlig und in meinem Kopf pfeifft es. Mani kocht mir einen Tee.

0.7 Seemeilen/1.3km bin ich ca. geschwommen…
warm eingepackt Spanisch lernen und Tee trinken…

Am Donnerstag Morgen stehen wir um 6.30 Uhr auf und verlassen um 7 Uhr die Bucht. Wir hoffen, dass wir in der Bucht von A Coruna sind, bevor der starke Wind aufkommt. Die Unterschiede der Vorhersagen sind nicht mehr ganz so stark wie gestern. Bis jetzt weht sehr wenig Wind, auch draussen auf offener See hat es anfangs nicht viel. Wir setzten die Segel und nehmen den Motor nur kurz zur Unterstützung. Kurz nach Mittag sind wir schon fest vor Anker in der Bucht von Perillo.

der hat die Werte etwas hochkorrigiert…
und der hat sie runter korrigiert…
die meiste Zeit segeln wir nur mit dem Grosssegel, es wird ein super schöner Segeltag….
in der Bucht von A Coruna…
in der Bucht sind viele Surfer, Skiter, Jollensegler und Jetskis unterwegs, bei ziemlichen Wellen…

Am Freitag fahren wir zum Flughafen, der soll hier ganz in der Nähe sein und von unserer Bucht gut zu erreichen. In einer Stunde sind wir dort. Am Sonntag morgen um 7 Uhr muss ich am Flughafen sein, ich fliege nach Italien und mache eine Woche Yogaferien.

Wir machen noch eine Velotour, ein Stück durchs Inland und der Küste entlang. Es ist sehr heiss, trotz Fahrtwind ist es mir teilweise zu heiss. In Oleiros halten wir eine Kaffeepause. Wieder in der Bucht, setzt mich Mani am Strand ab, damit ich zum Boot schwimmen kann. Aber die Distanz ist mir noch zu weit, ich schlendere über den Strand. Am Ende quere ich den Fluss, wegen der Strömung komme ich nur langsam voran, ich schwimme so nah wie möglich dem Ufer entlang. Es windet recht stark und die Wellen sind zum Schwimmen zu hoch, so dass mich die Wassersportler nicht sehen würden, ich habe meine Schwimmboje leider nicht dabei. Ich beschliesse bei der Segelschule auszusteigen und gebe Mani ein Zeichen, dass er mich abholt, er ist mit dem Dinghi beim Boot angekommen.

der Strand von Sada…
und die Promenade….
nicht sehr streng, aber sehr heiss…
und der von Oleiros…
mal ein Seestern nicht im Wasser…

Heute bin ich schon recht nervös, weil ich morgen über Madrid nach Milano Bergamo fliege und eine Woche Yogaferien mache. Ich habe einen doofen Flug gebucht, nur weil er etwas günstiger ist als andere. Ich habe einen eigenständigen Transfer, dafür muss ich in Madrid umsteigen, bei Air-Europa auschecken und bei Iberia wieder einchecken, und das alles in einer Stunde. Ich darf auch nur ein kleines Handgepäck mitnehmen, weil das Abholen und neu Abgeben zeitlich nicht reicht. Das online einchecken funktioniert nicht reibungslos und dauert ewig, ich muss von jeder Airline eine App runterladen und separat einchecken. Bei Iberia muss ich sogar das Handgepäck anmelden, das geht aber nicht, bei der Adresseingabe nimmt er die Schweiz nicht an. Hilfe per Telefon bekomme ich auch keine, eine KI-Stimme sagt mir nur, sie könne mir auch nicht helfen, ich soll morgen am Schalter fragen. Völlig genervt von dieser blöden IT, checke ich ohne Gepäck ein.

Der Wind hat stark nachgelassen, Wellen hat es in der Bucht fast keine mehr. Wir schwimmen zusammen an Land. Beim Zurückschwimmen haben wir Gegenströmung gegen die wir nicht schnell genug ankommen. Eine Möwe hat gar keine Freude dass wir hier schwimmen. Sie greifen Mani an, obwohl er vom Felsen wegschwimmt und nicht in ihre Nähe kommt. Er muss sie abwehren, ich kann mich mit meiner Schwimmboje schützen. Wir drehen um, gehen wieder an Land und gehen zu Fuss zum anderen Strand, wo wir mit der Strömung zum Boot schwimmen.

Am Abend fahren wir mit dem Velo in die Altstadt zum Znacht essen. Wir schlendern durch die Gassen und halten nach Restaurants Ausschau, die uns gelusten. Die öffnen leider erst um 20 Uhr. Dafür sind wir die Ersten und werden schnell bedient. Morgen heisst es sehr früh aufstehen, um 6 Uhr müssen wir das Boot verlassen, damit wir rechtzeitig beim Flughafen sind. Zum Glück kennen wir den Weg schon.

das Zentrum von A Coruna….
der Strand…
ein Restaurant nach dem anderen….
am Schatten wirds langsam kühler, um 21 Uhr…
alles getrocknete Schinken….

Ich schreibe erst morgen in zwei Wochen wieder einen Bericht. Viel Spass beim Lesen.